Pressestimmen

Clip und Clara

Schwäbische Zeitung Tettnang – 29/01-2020

Clara Buntin stiftet Unruhe im Hopfengut
Kleinkunstprogramm der Kabarettistin verursacht Schockgärung in den Gehirnwindungen

Thomas Steinberger
Tettnang

Selten wird wohl im Hopfengut No.20, diesem Inbegriff urig-oberschwäbischer Gemütlichkeit, ein so unbekümmert-subversives Feuerwerk abgebrannt worden sein wie an diesem Wochenende. Schon zu Beginn ihres Programms – „Clip und Clara“ – konfrontierte Clara Buntin das Publikum mit der ganzen Bandbreite ihrer glitzernden Persönlichkeit, die durch ihr schauspielerisches Talent in verschiedene Charaktere aufgespalten wurde. Buntin war es so möglich, mehrere skurrile Figuren auf der Bühne zu entfalten.
Die Komödiantin ließ zunächst auf sich warten und das Publikum hörte lediglich eine tapsig wirkende männliche Stimme, die sich auf der ansonsten leeren Bühne für die Verspätung der Künstlerin entschuldigte. Diese würde aber sogleich erscheinen.
Der Saal vermutete schnell, dass die Stimme wohl nur ein geschicktes Manöver der Künstlerin gewesen war, um eine Bühnenfigur einzuführen, die den Abend über immer wieder als ihr Dialogpartner selbst auftreten würde. Später stellte sich heraus, dass dieser ihr Alter Ego „Clip“ war. Im imaginären Dialog mit Buntin war es Clips Aufgabe, die Künstlerin aus hochartistischen sprachlichen Sphären auf den Boden zurück zu holen.
Das Spiel mit gespaltener Identität und fiktiven Szenarien sollte sich auch noch im weiteren Verlauf des Abends als gern bedientes künstlerisches Mittel der Alleinunterhalterin erweisen. Buntin setzte auf rasante dynamische Wechsel und bot dem Zuschauer teilweise ein unüberschaubares Potpourri an Ulkerei, oft unterstützt durch Lo-Fi Audiotechnik-Spielzeug.
Sie war beispielsweise gleich zu Beginn einen Moment lang roboterhaft starr, während sie auf einem 90er-Jahre Billig-Keyboard einen rudimentären Hip-Hop-Beat anspielte. Dann fügte sich ihrem Beat einige Klänge hinzu, sodass eine wilde Klangcollage entstand. Man hatte das Gefühl, einem unverständlichen Dialog, der mitten durch die Klangartistin hindurch verlief, beizuwohnen. Dieser steigerte sich allmählich immer mehr und wurde immer aggressiver. Vor dem geistigen Auge entstand durch die verschiedenen Klänge assoziativ geweckt die Vorstellung einer zwischenmenschlichen Eskalation.
Musikalisch besuchte sie nicht nur das letzte Jahrhundert, sondern auch das 18. Die Künstlerin bot unter anderem eine Arie C. W. Glucks, die sie mithilfe einer eigenen Tonbandaufnahme zweistimmig vorbrachte. Hier spielte sie gesanglich gekonnt komödiantisch mit dem von ihr hinzu gedichteten Textinhalt. Indem sie durch bewusst gesetzte schiefe Töne das eigene Scheitern thematisierte.
So wenig wie Buntin vor einer flapsigen Neugestaltung einer klassischen Arie Halt machte, so wenig scherte sie sich um sprachliche Konventionen. Sie gestaltete Sprache neu, indem sie zum Beispiel Silben vertauschte. Diese Sprache nannte sie „Mittelsudhochdeutsch“. Dem Zuschauer wurde dadurch bewusst, dass trotz einer konsequenten Silbenveränderung, der Inhalt überwiegend verständlich blieb.
Buntin erklärte im anschließenden Gespräch, dass es nicht so sehr auf das Wort selber ankäme, sondern auf die Sprachmelodie. Vielem würden wir instinktiv nur durch die Betonung Bedeutung zuordnen.
Das Programm Clip und Clara zeigte das Multitalent der Künstlerin. Oft konnte das Publikum herzhaft lachen, doch manchmal überforderte die Künstlerin durch ihr hohes Tempo und das Spiel mit Kalauern – den Gärungsprozess oberschwäbischer Gehirnwindungen. So mancher Gast mag eine tiefere Bedeutung hinter Ulkerei und kindlichem Spiel gesucht haben. Hier ging es aber um die Feier des kunstvollen Entzugs jedes festen Bodens.


Premièrebericht  von Barbara Peter auf SRF2, „Clip und Clara“


Ich und Clara


Pressestimmen


(…)“ Man lacht ob der gewitzen Einfälle und lässt sich von der sympathischen Vortragsweise der Solistin betören. Man staunt, wie die Künstlerin die Technik im Griff hat: Sie spielt auf Ihrem Keyboard und singt dazu, im fliessenden Übergang wendet sie sich ihrem Kassettenrekorder zu und lässt Filme abspielen. Clara Buntins zweites Bühnenstück ist eine facettenreiche Zusammenstellung von Ideen, die man noch nie gesehen oder gehört hat. Es ist wunderschöne Unterhaltung ohne Effekthascherei, aber mit einem gehäuften Suppenlöffel voll Schalk.“
(Toggenburger Tagblatt, 18.1.2010)

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Toggenburger Tagblatt, 16.1.10


 Stimmfilmcabaret


Mit „Stimmfilmcabaret“ lancierte Clara Buntin 2006 ihre Solokarriere und erfand das Genre „Stimmfilm“. Die Super-8-Filme drehte die Wort-, Stimm- und Bewegungsperformerin selbst auf ihren Reisen und schafft mit ihrem ersten Programm eine witzig- anrührige Hommage an die prädiditale Zeit. Clara Buntin lässt Kategorien hinter sich, bewegt sich virtuos zwischen den bekannten Sparten Theater, Musik, Film und erzählt mit skurriler Sprachgewandheit ihre Geschichten. Zu sehen bekommt man einen überraschend schlicht anmutenden Multimedia-Crossover. Damit erschafft die aus München zugewanderte und in Zürich gelandete Italo-Ostpreussin ihren ureigenen Mikrokosmos.
Ueli Bichsel war ihr Coach und ihr hilfreicher Hebammer.


Interwiew mit Ueli Bichsel über Clara Buntins Programm „Stimmfilmcabaret“ auf Radio Kanal K, Redaktion: Stefanie Schnelli


Pressestimmen


(…)“Die Zuschauer erwartet Witz, Selbstironie und- allem voran- Anomalie.Und dies im besten Sinne des Wortes, denn STIMMFILM sprudelt vor erfrischender Andersartigkeit und Kreativität wie eine unerschöpfliche Quelle.“
(Limmattaler Zeitung, 31.10.2008)

(…)“Lustig, witzig und selbstironisch erzählt und singt Clara Buntin ihre Geschichten. Sie lässt sich und das Publikum immer wieder vom leicht morbiden Charme des musikalischen oder technischen Scheiterns faszinieren.“(…)
(Tages Anzeiger, 2.2.2008)

(…) „Buntins Spiel mit den verschiedenen Medien ist einfallsreich und gekonnt:Einmal macht sie ihren Körper zur Leinwand, oder sie unterhält sich mit dem Tonband, dann wieder scheinen die Leinwandfiguren zu realen Darstellern zu werden, wenn sie ihnen als Synchronsprecherin Stimmen verleiht. Ihr musikalisches Repertoire reicht dabei von der neapolitanischen Serenata über Eigenkompositionen bis zum finnischenVolks-Rap“(…)
(NZZ, 30.1.2008)

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Tages-Anzeiger,_2.2.08
Neue Zuger Zeitung, 24.3.07
Theaterzeitung Burgbachkeller, 2007
Oltenertagblatt, 31.10.06
Limmattaler Zeitung, 14.1.08
Liz20080114
WAZ, 12.5.07
NZZ 30.1.08
Generalanzeiger Brugg, 7.6.07